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L'arche la Rebellerie

VIA e.V.

L'Arche Internationale


Niklas Kossow
Foyer La Souche
La Rebellerie
49560 Nueil sur Layon
Frankreich



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30 Jahr ists her...

als der gute Emile Marolleau den Bauernhof seiner Eltern zu einem Foyer fuer Menschen mit geistiger Behinderung umwandelte und das ganze dann "La Rebellerie" nannte. Der gute Herr war dann natuerlich auch zu den Feierlichkeiten am 29. Juni erschienen, genauso wie ca. 550 andere. Das dies viel Vorbereitung bedeute deutete ich ja schon im letzten Eintrag an.
Ich wurde vor der Fête kurzfristig zum Kleinlasterfahrer umgeschult und durfte von verschiedensten Stellen Stuehle, Tische und Baenke abholen. Das brachte mich dann Freitag auch wieder der Franzoesischen (Trink-)Kultur naeher, als ich mich um 11 Uhr morgens mit einem fals Weiswein in der Hand bei einem aelteren Monsieur in "Montillier" wiederfand, als wir gerade einen Packen Tische in meinen Laster geladen hatten.
Sonntag frueh ging also der ganze Spass los, ab 10 Uhr trudelten die Leute nach und nach ein. In aller fruehe war schon eine Schaar Pfandfinder angreist, die sich bereiterklaert hatte waehrend des Tages beim servieren zu helfen. Hilfsbereit wie katholische Pfadpfinder eben so sind.Der Tag selbst verging wie im Fluge, soviele Leute gab es zu begruessen und soviel Zeugs zum organisieren. Gegen elf wurde den Leute eine Praesentation ueber die Geschichte unserer Einrichtung vorgestellt. Alles verzoegerte sich natuerlich etwas vom vorgesehenen Zeitplan, was mich jedes mal darum bangen liess, ob ich das EM Finale abends sehen konnte :D
Danach gings weiter mit gemeinsamen Aperitif und Mittagessen mit anschliessendem theatralen Spektakel. Bei dem ich dazu angeheuert worden war Knoepfe auf einem CD Spieler zu druecken und einen Regler auf einem Mischpult hoch und runter zu schieben. Yeaha. Das Spektakel endete mit ca. 200 Luftballons die ihren Weg in den Himmel finden durften.
Danach gings im Eilschritt zur Messe mit der anschliessenden Praesentation und Verspeisung des Geburtstagskuchen. Danach gab es einen kleinen Leerlauf um den Leuten Zeit zu geben Wein zu verkaufen und zu schnacken. Ich nutzte diese vor allem um etwas mit den deutschen Assistente zu reden, die aus den anderen Archen gekommen waren. Insgesamt waren an diesem Tag zehn verschieden Communautés anwesend.
Viel Zeit blieb mir auch nicht am Abend, denn ich musste helfen das Konzert fuer den Abend vorzubereiten. Denn nach einem PickNick spielten gegen halb neun Abends eine Gruppe des "MEJ" ("Mouvement eucharistique des jeunes". Sprich junge Katholiken, die Rockartige Musik ueber Gott, Jesus und den heiligen Geist spielten. Und wer durfte daneben sitzen und auf Knoepfe am Computer druecken? Genau.
Zum Glueck schaffte ich es mit jemanden zu organisieren der mich fuer die zweite haelfte des Konzertes ersetzte, so dass ich zumindest die zweite Halbzeit des doch recht langweiligen Finales sehen konnte. Naja, wenigstens Vize.

Jetzt rueckt das Ende meines Jahres hier immer naeher. Ich merke aus, weil ich immer mueder bin und immer weniger meine Motivation finde. Das geht nicht nur mir sondern einigen Assistenten so... die Muedigkeit eines ganzen Jahres hier staut sich einfach auf denk ich.
Die Personnes spueren das auch und sind eher traurig. Vor allem weil Montag verkuendet wurde, welche Assistenten bleiben und welche definitiv die Rebellerie verlassen. Aus der Souche bleibt nur David fuer ein weiteres Jahr. Mathilde geht wahrscheinlich in eine andere Arche um eine Ausbildung anzufangen und Valérie faengt im September in einer Arche in "Trois Rivières" in Quebec, Kanada an. Und ich gehe ja bekanntermassen nach London, worauf ich mich in letzter Zeit immer mehr freue
Am 4. August nehme ich jetzt erstmal den Zug nach Hause. Am spaeten Nachmittag dieses Montages werde ich bepackt wie ein Esel in Köln landen. Ich hoffe noch das auf der Reise alles gut gehen wird :D

12.7.08 22:10


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Stress

... gibt es hier dauernd.
Die gesammte Zeit seit Anfang Mai war im Allgemeinen sehr stressig hier.
Das lag zum einen daran, dass unsere "équipe" nie komplett war. Staendig war jemand weg, im Urlaub, auf Ausbildung oder sonstiges.
Zum anderen waren wir dauernd irgendwo eingeladen. Was natuerlich auch ziemlich nett ist, aber halt stressig dauernd unterwegs zu sein.
Und ich wundere mich, dass ich im Mai nicht zunahm. Praktisch jedes Wochenende waren wir eingeladen, bei Freunden, Bekannten oder Verwandten der Personnes. Oder wir feierten Geburtstage (allein vier im Mai). Und wenn solche netten Leute dann schonmal zwoelf Personen zu sich einladen, oder man einen Geburtstag feiert, dann will man natuerlich auch was gutes auftischen. Und natuerlich, man is(s)t ja in Frankreich, auch den passenden Wein dazu.
Und so merkte ich, dass das sprichwoertliche "Leben wie Gott in Frankreich", doch viel mit Voellerei und Alkoholismus zu tun hat.
Und die alltaegliche Arbeit nahm natuerlich auch nicht ab. Vor allem die Synthese von Maurice und sein "Projet personnel", was der Synthese folgte beschaeftigten mich gut.
Da war es dann doch ziemich gut, dass ich Ende Mai mein freies Wochenende um zwei Tage verlaengern konnte und mit Constance und Freunden von ihr in die Bretagne fahren konnte. Dort besitzt naemich die Familie von Ann-Ga, einer Freundin von Constance, ein Haus, welches praktischer Weise nur geschaetzte 50 Meter vom Strand entfernt liegt. Es tat also richtig gut hier mal rauszukommen um so einen Kurzurlaub zu verbringen.
Zwei Wochen danach hatte die Souche ein besonderes Projekt. Wir wollten alle zusammen wegfahren fuer ein Wochenende. Nach laaangem ueberlegen wohin, hatten David und Mathilde schliesslich entschieden, dass es nach Poitier gehen sollte, um das "Futuroscope" zu besuchen fuer zwei Tage. Dieses ist einer der groessten Freizeitparks in Frankreich, der vor allem 3D Filme und aehnliches zeigt. Natuerlich gestalltete sich das auch als etwas schwierig und ich selbst war nicht sonderlich begeistert von der Idee, zumal wir Assistenten auch selber einen Teil zahlen mussten. Und es ist halt nicht unbedingt die beste Idee mit Leuten, die zum Teil Paranoia haben, in einen Freizeitpark mit vielen vielen Menschen zu gehen. Naja, schliesslich war es doch ganz nett und jeder fand etwas was ihm Spass machte.

Letzte Woche war die Souche dann wieder geschlossen und ich verbrachte mein Wochenende bei Constance in Angers. Am Samstag gab es in Frankreich eine Art nationalen Aktionstag, die "Fête de la Musique", die in praktisch jeder Stadt begangen wurde. In Angers hiess das, dass die halbe Stadt absperrt war, es tausende Menschen auf den Strassen gab und an praktisch jeder Ecke eine kleine Musikgruppe aufspielte, aus allen moeglichen Richtungen. Ein wirklich nette Aktion, die man sich in Deutschland unbedingt als Vorbild nehmen sollte
In der Rebellerie sind zur Zeit alle ganz aufgeregt, denn morgen feiern wir die 30 Jahre der Rebellerie. Was natuerlich wieder, wie alle Feiern, Stress bedeutet. 600 Eingeladene wollen bewirtet und bespasst werden. Was wahrscheinlich bedeutet, dass ich das EM Finale nicht sehen kann . Ich hoffe noch, dass mir wenigstens das Ende nicht entgeht.... man wird sehen.
Ich geh jetzt erstmal Kochen. Habe Tony versprochen (schon vor Monaten...) mit ihm mal ein echt deutsches Essen zu machen. Also gibt es heute: "Himmel un Äd med Flönz"

Also dann, guten Appetit...

28.6.08 18:17


"Vente du Vin" - "Weinverkauf". Fuer 5 Tage fuhr ich also mit Jean Claude und Sebastien, einem externen, in den Osten Frankreichs um Wein zu verkaufen. Montag morgen fuhren wir mit nem Kleinlaster voll mit Wein also los. Die erste Station machten wir in Orleans, wo wir abends eine "Degustation" machten. Auf dem Weg belieferten wir Kunden, die vorher bei uns Wein bestellt hatten. Abends waren wir dann bei bekannten von Jean Claude, die Freunde und Bekannte zu sich eingladen hatten, zum Weinprobieren. Das lief so ab, dass wir dort abends ankamen, im Wohnzimmer ein Art stand aufbauten und dann in den naechsten drei bis vier Stunden leuten Wein zum verkosten anboten. Bzw. eher Jean Claude machte das, waehrend Sebastien und ich Kisten schleppten, die die Leute kauften.
Am naechsten Tag ging es weiter, im selben Rhytmus bis nach Reims in der Champagne. Wieder lieferten wir Kunden aus und machten Abends ein Degustation bei netten Freunden von Jean Claude. Generell trafen wir auf dieser Reise viele viele Leute, die Jean Claude als "très sympathique" beschrieb.
Am Mittwoch lieferten wir nur Kunden aus. Wir fuhren von Reims bis nach Nancy, nur um danach nach Compiègne zu fahren, was genau in der entgegengesetzten Richtung liegt. Denn dort liegen gleich drei Archen. Vor allem DIE Arche in "Trosly-Breuil", die erste Arche wo eins Jean Vanier das ganze gruendete. Die hatten naemlich am 1. Mai Tag der offenen Tuer und wir dafuer einen Stand auf dem gelaende. Das hiess Donnerstags morgens aufbauen, den ganzen Nachmittag verkaufen und abends dann abbauen und wegraeumen. Ganz schoen anstrengend! Dafuer verkauften wir auch viel Wein, unter anderem natuerlich an den grossen Jean Vanier selbst :D
Freitag raeumten wir dann nur nach alles in der Laster und machten uns auf den Rueckweg in Richtung Anjou. Wir lieferten noch Kunden aus und kamen so Freitag spaet abends hier an.
Insgesamt war das wirklich nette Woche, nach der ich das Gefuehl hatte das echte Frankreich kennengelernt zu haben. Wir trafen viele alte Leute, in kleinsten Doerfern, die alle viel zu erzaehlen hatten. Genauso wie Jean Claude mit dem ich so viele Stunden beim Autofahren verbrachte.

15.6.08 14:31


Il est vraiment ressuscité

Wo hatte ich aufgehoert zu erzaehlen?
Ostern.
DAS Fest aller Christen und natuerlich insbesondere der schwerglaeubigen Katholiken der Arche.Die Celebrationen gingen Donnerstag los, mit einem "Journee de Service". Die Idee war das alle zusammen an etwas in der Gemeinschaft arbeiten, vorzugsweise ausserhalb des Alltags. Dazu wurden alle Mitglieder und Angestellte der Communauté in verschiedene Gruppen eingeteilt. Ich war in der Gruppe "Espace Vert", arbeitete also im Garten bzw. in den Gruenflaechen der Rebellerie. Ich schnitt den Rasen eines Hanges und harkte Beete^^
Abends ging es dann in der "Groupe de Vie" weiter. Gemeinschaftliche Zeit mit Essen und gegenseitigem Fuesse waschen... halt so wie Jesus seinerzeit es tat. Dazu saßen wir dann alle in der Souche in einem Kreis und jeder wusch nacheinander seinem Nebanmann bzw. Nebenfrau die Fuesse.
Karfreitag war natuerlich der Tag der Trauer, weil Jesus tot ist. Also ging "man" in die Messe und gedachte dem Tod Jesu. Wir Assistenten schauten abends zusammen die Passion Christi...
Samstag war dann ein eher ruhiger Tag, denn man erwartet ja schliesslich die Auferstehung. Die fand dann Abends statt, wo alle in die Messe gingen. Fast alle, ausser Mathilde und mir. Und Guiaullaume, einem alten Assistenten, der fuer Ostern vorbeigekommen war. Zu dritt sassen wir dann OStersamstag abends friedlich im Wohnzimmer der Souche und redetene in aller Stille. Bis um ca. halb elf die Tuer aufging und die Leute von der Messe zurueckkamen. Was uns dreien fast einen Herzinfakt bescherrte, denn unerer ruhige Atmosphaere wurde unterbrochen von ca. sieben Menschen die durch das Wohnzimmer tanzten und "il est VRAIMENT ressuscité" sangen (= ER ist wirklich auferstanden!).
Nachdem diesem Schock gab es dann fuer alle die noch wach wahren Kuchen und heisse Schokolade.
Sonntag gings mit weiteren Feierlichkeiten weiter, diesmal mit der kompletten Gemeinschaft. Zusammen picknickte man man Salle Communautaire, es gab eine Animation zur Auferstehung Jesu und danach die Ostereiersuche, die ich mit organisiert hatte. Ein wirklicher schoener Nachmittag...
Ostermontag ging es dann vor allem darum sich von diesem Wochenende zu erholen.

In der Woche nach Ostern kamen mich meine Eltern hier besuchen, was mich sehr freute :-)
Mittwoch zeigte ich ihnen die Communauté und wir aßen zusammen in der Souche, mit einem echte franzoesischen Essen. Donnerstag fuhren wir dann los Richtung Norden. Nach St.Malo in der Bretagne um es genau zu nehmen. Dort verbrachtne wir bis Sonntag drei schoene Tage und guckten uns die Gegend an. Sonntag fuhren meine Eltern dann zurueck nach Hause und setzten mich auf dem Weg in der Arche l'Olivier in Rennes ab. Dort besuchte ich Kathi, eine Deutsche die dort als Assistentin ein Jahr verbringt. Abends brachte diese mich zum Bahnhof, wo ich dann den Zug zurueck nach Angers nahm.

Am folgenden Dienstag nahm ich an der Synthese fuer Eric teil, dessen Referent ich ja bin. Eine Synthese ist etwas, was ca. alle zwei Jahre stattfindet und wo man sich mit allen Leuten zusammensetzt, die das Leben einer Personne hier bestimmen um die Sitation der Personne zu besprechen, um zu gucken wie wir weiter paedagogisch arbeiten koennen. Fuer Eric sassen also Antoine (der Direktor der Rebellerie), Thomas (der Responsable der Foyers), Angèle (Responsable Medico/Psy), Mathieu (Psychologe der Communauté, der Psychater Erics, David und ich zusammen.

Die Wochen danach waren eher ruhig. Am 13. April konnte mich dann auf den Rueckweg nach Deutschland machen. Dazu uebernachtete ich zuerst eine Nacht bei Niklas in Paris, der mich in seiner Jugendherberge aufnahm. Niklas hatte ich bei meinem Vorbereitungsseminar fuer den ADiA kennengelernt. Zusammen verbrachten wir Sonntag noch einen netten Abend. Montag kam ich dann mit einigen Schwierigkeiten (Personenschaden in Horrem = alle raus aus dem Thalys) in Köln an und verbrachte zwei schoene Wochen zu Hause :-)

Kaum war ich zurueck (am 27. April) ging es am naechsten Tag los auf Weinverkauf in den Osten Frankreichs. Aber davon schreibe ich ein anderes Mal, denn meien Pause ist jetzt um...
Wuensche einen schoenen Sommeranfang! Denn zumindest hier war es am Wochenende warm genug um von Sommer zu reden.
:-)
5.5.08 17:02


Fruehling :)

Vogelgezwitscher, Knospen an allen Baeumen und viel Sonne: Der Fruehling ist da. Offiziell zwar noch nicht, inoffiziell aber locker seit Mitte Februar. Letzten Donnerstag haben wir sogar zum ersten Mal draussen gegessen

Einiges ist passiert im Februar.
Anfang Februar kam ein weiterer Stagiaire zu uns, Elie, ein "Propedeut", also jemand, der ueberlegt Priester zu werden und dazu ein Jahr lang Kurse und Praktika hat um zu wissen ob das wirklich sein Ding ist. Elie blieb vier Wochen bei uns und war ein sehr schraeger, aber lustiger Vogel. Auf dem ersten Blick erinnerte er mich mit seinen langen Haaren und seinem Bart schwer an einen gewissen jungen Zimmermannssohn aus Nazareth.
Anfang Februar gab es, wie schon gesagt, die "Fête de la Fidélité", wo wir u.A. das zwanzigjaehrige Jubilaeum von Jacques aus meinem Foyer gefeiert haben. Gefeiert wurde mit vielen vielen Freunden der Rebellerie im Salle de Fêtes von Cléré sur Layon, 5 min. von hier. Insgesamt eine nette Feier, aber leider brach eine kleine Grippe ueber mich herein, so dass ich schon relativ frueh fuhr, um die zu begleiten, die nicht mehr dableiben wollten.
In der Woche danach hatte ich das Wochenende frei und mir selbiges durch drei Ferientage verlaengert. Ich fuhr nach London, wo ich auf Alex, Hannah und Janka traf. Zusammen schauten wir uns fuenf Tage lang die Stadt an und hatten eine Menge Spass. Ich schaute mir ausserdem die London School of Economics an, wo ich mich fuer International Relations beworben habe. Am Mittwoch hatte ich ein Interview am University College London, wo ich mich fuer European Social and Political Studies beworben habe. Das UCL gefiel mir sehr gut, und auch das Interview lief gut, eine Woche spaeter hatte ich das Angebot vom UCL in der Post
Jetzt schaue ich gerade, ob ich wirklich nach London gehen werde, besonders wegen der Frage, ob ich es mir finanziell leisten kann.
Die fuenf Tage Abwesenheit taten mir aufjedenfall gut, ist doch zeitweise anstrengend fast nie vom Land wegzukommen und immer die gleichen Leute zu sehen.
In der Woche nach meiner Rueckkehr nach Frankreich hatte ich zum zweiten Mal meine "Formation Regionale", diesmal in der Arche la Merci, auch in der Naehe von Cognac, aber mitten auf dem Land. Die Themen, u.A. Gewalt, Sexualitaet und erzieherische Arbeit, waren im grossen und ganzen ganz interessant und es waren drei nette Tage. Schade nur, dass mich zum wiederholten Male meine Gesundheit im Stich liess und ich den Donnerstag im Bett verbracht... Magen-Darm.
Das Wochende danach hatte ich wieder frei, diesmal waren alle drei Foyers geschlossen. Fast alle Assistenten blieben hier und wir hatten ein schoenes Wochenende mit einem netten Spaziergang an der Loire und einem Kinobesuch. Wir schauten uns "Paris" an, sehr guter Film, kann ich nur empfehlen.

Im grossen und ganzen war es eine schoene aber auch sehr anstrengende Zeit seit dem letzten Eintrag. Wir haben gemerkt, dass wir als Equipe in der Souche seit den Ferien nie wirklich komplett waren. Immer war mindestens eine nicht da, wegen Urlaub, Ausbildung oder sonst irgendwas. Das geht zwar eigentlich, die dauerhafte Verteilung der Arbeit von vier Leuten auf drei ist doch schon anstrengend. Das schlaegt sich natuerlich auch auf die Stimmung unter den Assistenten und im gesamten Foyer nieder. Naja, zumindest fuer eine kurze Zeit ist das jetzt erstmal vorbei.
Naechstes Wochenende ist Ostern, worauf sich die Katholiken natuerlich schon ziemlich freuen.
Und danach die Woche kommen mich meine Eltern besuchen, worauf ich mich natuerlich schon freue

Ansonsten verlaeuft das ganz hier natuerlich "Comme d'habitude", um die Worte von Claude François zu waehlen. Im April werde ich nochmal fuer fast zwei Wochen nach Deutschland kommen, vom 13. bis zum 27.!
Bis dahin freue ich mich natuerlich weiterhin auf Zuschriften jeglicher Art und hinterlasse schoenste Gruesse!

Niklas

16.3.08 16:23


Ja, ich lebe noch...

...auch wenn ich das, zumindest hier, in letzter Zeit nicht gerade zeigte. Fast zwei Monate ist es jetzt her, dass ich das letzte Mal schrieb. Mal ueberlegen was sich hier so in letzter Zeit getan hat. Anfang Dezember war ich in Oxford zum Interview, was ziemlich interessant war. Nette Leuten, ein gutes College und dazu ist Oxford eine superschoene Stadt. Leider kam zwei Wochen spaeter die Absage. Naja, hat nicht sollen sein. Jetzt stehen noch die UCL, das LSE und die Universitaet Edinburgh aus, was UK betrifft...

Zurueck in Frankreich ging es dann mit grossen Schritten auf das Ende des Jahres vor. Advent und die vorbereitung von Weihnachten. Fuer die ganzen Katholiken hier natuerlich ein riiiiesen Ding. Heiligabend gab es dann das volle Programm. Morgens ganz normale Arbeit, wie jeden Tag. Nachmittags fingen dann die Vorbereitungen an, denn jedes Foyer feierte Weihnachten in seiner "Groupe de Vie". Also wurde der Tisch fuer 26 Leute gedeckt und natuerlich auch gekocht. Wobei wir es da eeeher einfach hielten. Ich steuerte den guten alten deutschen Kartoffelsalat dazu bei. Man will ja auch den Franzosen die deutsche Kultur stellenweise naeherbringen. Nach dem Essen, und dem Grossteil des riesen Berges Geschirr, ging die ganze Meute zu Fuss in die Messe nach Nueil. Mathilde und ich blieben hier mit Maurice, Thérèse und der zweijaehrigen Veronique, Tochter unseres Direktors. Als gegen halb elf dann alle wieder da waren gab es Heisse Schokolade und Kekse fuer die ganze Communauté Heisse Schokolade war auch eindeutig angebracht, denn es war bitterkalt (inzwischen sind die Temperaturen zeitweise eher fruehlingshaft. Es spriessen schon die ersten Knospen und man hoert Vogelgezwitscher. Al Gore laesst gruessen....). Dazu wurden zwei Feuer vorm Salle Communautaire entzuendet, neben eine Krippe. Gegen zwoelf wuenschten sich alle eine gute Nacht und schoene Ferien, denn die begannen am 25.
An eben diesem Tag stand ich dann auch um viertel vor sechs Uhr morgens auf um mit Mathilde zum Bahnhof zu fahren. Denn deren Zug ging schon um acht... Naja, so hatte ich die Gelegenheit in Ruhe in Angers zu fruehstuecken und gegen zehn dann meine Heimreise antreten. Ziemlich stressfrei, nur Paris mag ich immer noch nicht. So war ich also einige Tage wieder zurueck im guten alten Rheinland, um Freunde, Familie, Bekannte und meinen Augenarzt wiederzusehen. Letzterer verschrieb mir neue Kontaktlinsen, deren stolzer Traeger ich jetzt bin. War aufjedefall eine coole Woche. Sehr schoen, viele Leute wieder zu sehen, und vor allem, sich zu entspannen und mal nicht fast rund um die Uhr fuer andere Menschen da zu sein. Am dritten Januar ging es dann auf einer ebenso stressfreien Rueckfahrt zurueck nach Anger. Dort wartete auch schon der alte klapprige Clio, den ich in Angers hatte stehenlassen, sehnsuechtig auf mich. Als ich wieder hier war, stellte ich fest, dass sich kaum etwas veraendert hat (ebensowenig wie in Pulheim)...
Nicholas Sarkozy baendelt mit Carla Bruni an, was Die Franzosen nicht so wirklich begeistert. Fuer mich wichtiger: Tony ist aus der Psychatrie zurueck und ist in einigermassen guter Form. Ich hoffe mal das bleibt so. Achja, und wir haben ein neues Auto. Einen Renault Traffic, neun Plaetze, der unseren Boxer ersetzt. Dieser wechselt naemlich das Foyer. Der ist nen bisschen weniger bullig, aber dafuer nen knappen Meter laenger. Ich hoffe ich bin niemals gezwungen mit dem Ding rueckwaerts einzuparken.
Anfangs war es schwierig, hier wieder in den Rhytmus reinzukommen. Aber inzwischen laeufts schon wieder ganz gut. Die Communauté bereitet sich inzwischen auf den neunten Februar vor, da ist die alljaehrlich "Fête de Fidélité et d'Engagement". Im Rahmen davon hielt ich gestern vor allen eine "Temoignage" ueber mein Engagement hier. Wie ich mich engagiere und was dieses Engagement mir bietet. Hat wohl die meisten sehr geruehrt, was ich gesagt hab :D
Ich selbst freu mich auf Mitte Februar, dann fahre ich fuer fuenf Tage nach London. Dort hat mich das University College zu einem Interview geladen, und ausserdem gucke ich mir die Stadt an. Ich komme mit dem Eurostar und werde dort auf Alex, Janka und Hannah treffen, die mit dem Flieger aus Koeln kommen Ich bin mir jetzt schon sicher, dass dies eine coole Zeit werden wird.

Ansonsten freue ich mich natuerlich immer auf Lebenszeichen saemtlicher Art, besonders ueber Post. Wenn ihr mal Langeweile habt.

Bis dahin, viele Gruesse!

23.1.08 23:42


c'est la vie...

Ok, ich wollte schon frueher schreiben, aber naja, das altbekannte Zeitproblem. Ich hatte gesagt ich schreibe vom Week end ferme... aber das ist schon wieder so lang her. War aufjedenfall ziemlich cool Wir haben viel zusammen gemacht, unter anderem einen Balfolk. Bei deisem spielt eine Band ein einem Saal franzeosisch und englische Folkmusik und erklaert die Taenze die man darauf gemeinsam Tanzen kann. Eine richtig lustige Sache

Am Dienstag nach dem Wochenende fuhr ich mit dem Zug Nachmittags nach Lyon. Dort Mittwoch ein Test statt, den ich fuer meine Oxford Bewerbung machen musste. Lustigerweise hatte ich vorher festgestellt, dass ein Jan, ein Freund vom Julian, am selben Test teilnahm. Und der hatte sogar eine Schlafgelegenheit fuer mich in Lyon. Mit dem traf ich mich dann Abends, und wir aßen noch was bei Leuten, die Jan selbst nicht so wirklich kannte. Am naechsten Morgen machten wir uns dann relativ frueh gemeinsam auf zu der Schule, die den PPE Test in Lyon durchfuehrte. Die stellte sich als ein Bilinguales Lycee heraus, super Elitaer in einem Schloss am Fluss gelegen. Ich frag mich noch immer wieviel man die Eltern da pro Monat zahlen... Der Test selber war ganz ok. Der erste Teil bestand aus reinen Logik aufgauben, die ich glaube ich ganz gut geloest habe. Der zweite Teil war ein 30 minuetiger Aufsatz ueber das Thema "Should governments repress or restrict advertising?" (oder so aehnlich). Gefiel mir weniger gut, die Zeit war natuerlich viiiiiel zu kurz, dementsprechend das Resultat. Naja, man wird sehen. Nach dem Test war ich noch mit Jan und einem Schweden, den wir dort kennen lernten etwas essen. Lyon ist wirklich eine huebsche Stadt, muss unbedingt nochmal dorthin mit mehr Zeit... Mittwoch Abend kam ich dann wieder in Saumur an. Insgesamt war es richtig gut, mal nen bisschen rauszukommen und mal etwas mit Leuten zu reden, die gar nichts mit der Rebellerie zu tun haben. War so ziemlich das erste Mal seit zwei Monaten...

Die Zeit danach war eher ruhig, wie meistens. Nur Tony, in unserem Foyer dreht nen bisschen am Rad... Jetzt ist er erstmal fuer eine Zeit ins Krankenhaus, um sich auszuruhen... Am Wochenende vor zwei Wochen waren wieder alle Foyers geschlossen. Denn Samstag war "Journee Assistants". Dort wird immer was fuer alle Assistenten organisiert, meistens eine Reflexion ueber ein Thema. Dieses mal ging es ueber die "Groupes de Vie". Jedes Foyer der Rebellerie hat Freunde, die zwar auch Freunde der Gemeinschaft sind aber halt einem Foyer im besonderen zugeordnet werden. Ausserdem werden auch die Angestellten aus den Bueros, und die Familien, die im Kontext der Rebellerie stehen jeweils einem Foyer zugeordnet (die Familie des Direktors, ist z.B. der Souche zugeordnet). Zusammen mit den Personnes und den Assistenten des Foyes bildet das die Groupe de Vie. Diese wurden in diesem Jahr neu zusammen gestellt, deshalb wurde am Journee Assistants ueber die Zusammenstellung und die Funktion der Groupe de Vie gesprochen. Dieses Arche Vokabular ist glaub ich z.T. etwas schwierig, wenn man den Laden nicht kennt... Ansonsten war es ein ziemlich ruhiges Wochenende. Sonntag war ich mit Valérie und Mathilde schlittschuhlaufen in Angers

Naja, und so geht das Leben hier seinen Gang. In der Souche ist es diese Woche ziemlich ruhig, da Tony weg ist und David eine Woche Repos genommen hat. Der hat es trotz franzoesischer Bahnstreiks geschafft zurueck nach Belgien zu fahren, der glueckliche. Generell streikt hier zur Zeit alles und jeder. Neulich war DER Streiktag. Strom, Gas, Post, Lehrer, Studenten, Bahn, Drucker, Justizbeamten, Klinikangestellte... alle im Streik. Traurige Sache fuer die Franzosen... Sonntag waren wir mit einer grossen Gruppe aus allen drei Foyers in der Arche Sénévé in der Naehe von Nantes. Die hatte Tag der offenen Tuer. War cool, noch eine andere Arche zu sehen. Ausserdem konnte ich etwas mit zwei deutschen reden, die dort Freiwillige sind. Und wir haben eine zeitlang mit Emile Marolleau gesprochen. Der ist zur Zeit Direktor der Arche Sénévé und hatte vor 30 Jahren die Rebellerie gegruendet, das war ganz interessant. Das war eigentlich alles, was es so ueber den letzten Monat zu berichten gab. Das naechste Wochenende ist die Souche wieder geschlossen, das letzte Mal in diesem Jahr. Da fahre ich fuers Wochenende nach Paris und von da aus Sonntag nach England, wo ich bis zum Mittwoch zum Interview in Oxford eingeladen bin Bin mal gespannt wie das wird. Davon schreibe ich dann ein anderes Mal...

Bis dahin, viele Gruesse aus Frankreich!

27.11.07 16:18


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